Workshop: „Demenz und Delir im Krankenhaus und in der Langzeitbetreuung. Möglichkeiten der Gesundheitsförderung für MitarbeiterInnen und Betroffene“

07. November 2018, Haus Prater – Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser

Ein Krankenhausaufenthalt stellt für Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen sowie für deren Angehörige eine große Belastung dar. Stress aufgrund der akuten Erkrankung, der veränderte Tagesablauf und die ungewohnte Umgebung können zu einer Verschlechterung des Zustands der PatientInnen führen. Insbesondere weisen Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen, aber auch ältere Menschen generell, ein erhöhtes Risiko auf, während eines Krankenhausaufenthaltes ein Delir zu entwickeln. Aber nicht nur im Krankenhaus, auch in der Langzeitbetreuung, stellt die Betreuung älterer, verwirrter Menschen ärztliches Personal und die Pflege vor spezielle Herausforderungen, die es trotz erhöhter Anforderungen und knapper Zeitressourcen zu bewältigen gilt.

Mit welchen spezifischen Belastungen sind MitarbeiterInnen in Krankenhäusern und in der Langzeitbetreuung in ihrem beruflichen Alltag konfrontiert? Welche Maßnahmen können dazu beitragen, die Belastungen für MitarbeiterInnen, aber auch für Betroffene und Angehörige abzuschwächen? Welche strukturellen Voraussetzungen und Kompetenzen sind erforderlich für eine optimale Behandlung und Betreuung von Menschen mit Demenz und Delir? Diese und weitere Fragen wurden im Workshop aufgeworfen und diskutiert.

Neben einer Einführung in die komplexe Thematik Demenz und Delir im Krankenhaus und in der Langzeitbetreuung gewährten ExpertInnen in einem interaktiven Format Einblicke in die Praxis. Anschließend boten Arbeitsgruppen den TeilnehmerInnen die Gelegenheit, sich inhaltlich zu vertiefen und eigene Erfahrungen auszutauschen.

Inputs

"Delir im Krankenhaus"

Dr.in Cornelia Schneider, Mitarbeiterin im Vorstandsbereich Health Care Management des Wiener Krankenanstaltenverbundes 

"Betreuung von Menschen mit Demenz und Delir"

Prof. Dr. Thomas Frühwald, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie

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Demenz und Delir – Dialog zu Erfahrungen aus der Praxis

>>Zusammenfassung der Statements

Roman Breuer, MSc, AKH Direktion des Pflegedienstes – Abteilung Organisationsentwicklung
Als Mitarbeiter der Direktion des Pflegedienstes im AKH-Wien damit beauftragt, den Themenkomplex „Beeinträchtigte kognitive Kompetenz“ (Demenz, Delir, Depression) zu entwickeln, zu planen und die Umsetzung zu koordinieren. Ziel dieser Bemühungen ist es, AKH-weit eine systematische Vorgehensweise in der Care von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen sicherzustellen. Als Lehrer für Gesundheits- und Krankenpflege außerdem mit dem damit verbundenen Bildungsmanagement (Bildungskonzept für die Pflege) betraut.

 

Antonia Croy, Leiterin der Selbsthilfegruppe „Alzheimer Austria“, Personenzentrierte Psychotherapeutin in freier Praxis und Fachtherapeutin für kognitives Training

Dr.in Ulrike Sommeregger, Fachärztin für Innere Medizin und Geriatrie und ehem. Vorständin d. Abteilung für Akutgeriatrie im Donauspital, Wien (2016 aus dem KH Hietzing m. neurolog. Zentrum Rosenhügel übersiedelt), seit 1.6.2018 im Ruhestand
Jahrelange interdisziplinäre Fortbildungstätigkeit zu geriatrischen Syndromen, darunter vor allem auch zum Delir. Leiterin der Arbeitsgruppe geriatrisches Assessment und Beiratsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG), Past-Präsidentin des Österreichischen Netzwerks Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen (ONGKG)

Arbeitsgruppen

Abschließend tauschten sich die TeilnehmerInnen zu ihren eigenen Erfahrungen mit dem Thema Demenz und Delir aus. In drei Arbeitsgruppen ("Umgang mit Belastungen für MitarbeiterInnen", "Umgang mit Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen in der Langzeitpflege" und "Umgang mit Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen in Akut-Krankenhäusern") sammelten sie Stichworte zu Maßnahmen, die dabei helfen können, die Belastungen für Betroffene, Angehörige und MitarbeiterInnen abzuschwächen und zu den dafür notwendigen Voraussetzungen in ihren Organisationen.

Impressionen

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