Hintergrund

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Gesundheitsförderung als „...der Prozess, Personen zu befähigen, mehr Kontrolle über gesundheitsrelevante Faktoren auszuüben und dadurch ihre Gesundheit zu verbessern“ (Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung, WHO, 1986). Das WHO „Konzept des Gesundheitsfördernden Krankenhauses“ zielt einerseits auf die Unterstützung von PatientInnen, MitarbeiterInnen und Personen im Einzugsgebiet (Region), selbstbestimmter mit ihrer Gesundheit umzugehen (Personen- oder Verhaltensansatz). Anderseits sollen die Rahmbedingungen für Gesundheit im Krankenhaus und in der Region (Setting- oder Verhältnisansatz) verbessert werden.

Wien ist bei der Entwicklung der Gesundheitsförderung in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine europäische Pionierstadt: Im Rahmen des WHO Projekts: "Wien - Gesunde Stadt" wurde 1989 das erste europäische Modellprojekt für Gesundheitsförderung an der Krankenanstalt Rudolfstiftung etabliert. Aufbauend auf den Erfahrungen aus diesem Projekt wurde 1993 das Europäische Pilotkrankenhausprojekt Gesundheitsfördernder Krankenhäuser gegründet (20 teilnehmende Spitäler aus 11 Staaten). Inzwischen gibt es weltweit 39 nationale / regionale Netzwerke Gesundheitsfördernder Krankenhäuser in 25 Staaten mit insgesamt 778 Mitgliedsspitälern (Stand 2011). Österreich ist seit dem Beginn durch das „Österreichische Netzwerk Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen “ (ONGKG) vertreten (dzt. 26 Mitgliedern, davon 7 aus Wien).

 


Gesundheitsförderung im Gesundheitswesen entwickelte sich vor dem Hintergrund dieser langjährigen Tradition in den letzten Jahren nicht zuletzt mit Unterstützung des Wiener Informationsnetzwerks „Gesundheitsförderung in Spitälern und Pflegeeinrichtungen“ - GSPW (seit 2000, initiiert durch die Bereichsleitung für Strukturentwicklung) zu einer viel beachteten und in zahlreichen Maßnahmen umgesetzten Initiative.
Allerdings blieb es bislang – abgesehen von einzelnen Häusern – bei einer projektförmigen Umsetzung. Nur eine große Trägereinrichtung – nämlich der Wiener Krankenanstalten-verbund (KAV) – hat Gesundheitsförderung bereits in seine Strategiearbeit integriert und nur ein Teilunternehmen des KAV war direkt in die Entwicklung des Wiener Informationsnetzwerkes involviert. Zudem unterstützen und fordern aktuelle Entwicklungen der österreichischen Gesundheitspolitik (Gesundheitsqualitätsgesetz, Artikel-15a-Vereinbarung 2005-2008) die systematische Umsetzung von Gesundheitsförderung.

Schon die „Jakarta Erklärung zur Gesundheitsförderung für das 21. Jahrhundert“ (1997) fordert eine breite Umsetzung von Gesundheitsförderung durch den Ausbau von Partnerschaften für Gesundheit „auf allen Ebenen der Politik und Verwaltung“. Durch den Austausch von Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ressourcen soll für alle Beteiligten mehr Nutzen entstehen.

Seit 2002 wurden daher in der Bereichsleitung für Strukturentwicklung Überlegungen angestellt, wie das Informationsnetzwerk durch die Einbeziehung weiterer Träger der Wiener Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Seniorenwohneinrichtungen zu einer breiten Allianz für Gesundheitsförderung im stationären Wiener Gesundheitswesen weiterentwickelt werden kann.

Nach einer einjährigen Vorbereitungszeit war es im März 2007 endlich soweit: Die "Allianz für Gesundheitsförderung in Wiener Spitälern, Pflegeeinrichtungen und Seniorenwohneinrichtungen" wurde mit der feierlichen Unterzeichnung der "Kooperationsvereinbarung" begründet.

2008 wurde die Wiener Gesundheitsförderung - WiG als gemeinnützige Gesellschaft der Stadt Wien gegründet, welche die Agenden der Gesundheitsförderung aus dem Magistrat der Stadt Wien und dem Fonds Soziales Wien übernahm. Darunter fielen auch die Koordinationsaufgaben für die Allianz für Gesundheitsförderung. 

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